Objekt­übung im alten Hal­len­bad in Bop­pard-Buchen­au

Ein Moment der Unacht­sam­keit – und schon kann es pas­sie­ren: Ein fal­scher Schritt, der Boden unter den Füßen ver­schwin­det, und plötz­lich liegt eine Per­son schwer ver­letzt in einem lee­ren Schwimm­be­cken. Für Ein­satz­kräf­te bedeu­tet ein sol­ches Sze­na­rio beson­de­re Her­aus­for­de­run­gen: gro­ße Tie­fe, schrä­ge Flä­chen, ein­ge­schränk­te Bewe­gungs­mög­lich­kei­ten und die schwie­ri­ge Ret­tung einer ver­letz­ten Per­son.

Genau die­ses Sze­na­rio übte der Lösch­zug Bad Sal­zig am gest­ri­gen Abend bei einer umfang­rei­chen Objekt­übung im alten Hal­len­bad in Bop­pard-Buchen­au.

Ange­nom­men wur­de, dass eine Per­son in das lee­re Schwimm­be­cken gestürzt ist und sich dabei schwers­te Ver­let­zun­gen zuge­zo­gen hat. Ziel der Übung war es, die Ret­tung aus­schließ­lich mit den Mit­teln durch­zu­füh­ren, die auf dem Lösch­fahr­zeug und im Mehr­zweck­fahr­zeug mit­ge­führt wer­den – also ohne Spe­zi­al­ge­rät.

Im Mit­tel­punkt stan­den dabei meh­re­re wich­ti­ge Aus­bil­dungs­in­hal­te: das Arbei­ten mit trag­ba­ren Lei­tern, Kno­ten und Sti­chen, der Ein­satz von Feu­er­wehr­lei­nen, sowie das siche­re Arbei­ten in der Schrä­ge und in der Tie­fe. Die ver­letz­te Per­son wur­de schließ­lich mit­hil­fe einer Schleif­korb­tra­ge aus dem Becken geret­tet.

Par­al­lel dazu über­nah­men Kame­ra­den mit sani­täts­dienst­li­cher Aus­bil­dung die Rol­le der Pati­en­ten­be­treu­ung. Dadurch konn­te das Zusam­men­spiel zwi­schen tech­ni­scher Ret­tung und medi­zi­ni­scher Erst­ver­sor­gung rea­li­täts­nah trai­niert wer­den.

Auch wei­te­re Aspek­te eines Ein­sat­zes wur­den geübt. So wur­de die Ein­satz­stel­le aus­ge­leuch­tet, um siche­re Arbeits­be­din­gun­gen zu schaf­fen, und bereits bei der Anfahrt stand das Ran­gie­ren der Groß­fahr­zeu­ge in den engen Zufahrts­we­gen rund um das Gebäu­de im Fokus.

Die beson­de­re Umge­bung des ehe­ma­li­gen Hal­len­ba­des bot dabei idea­le Bedin­gun­gen für die­se Übung. Für vie­le der Betei­lig­ten war das Betre­ten der alten Schwimm­hal­le zudem mit per­sön­li­chen Erin­ne­run­gen ver­bun­den – schließ­lich haben hier eini­ge Kame­ra­din­nen und Kame­ra­den in ihrer Kind­heit das Schwim­men gelernt.

Sol­che Objekt­übun­gen sind für jede Feu­er­wehr­ein­heit von gro­ßer Bedeu­tung. Jede Ein­satz­stel­le ist anders, und nur wenn wir die ört­li­chen Gege­ben­hei­ten ken­nen und regel­mä­ßig unter rea­lis­ti­schen Bedin­gun­gen üben, kön­nen im Ernst­fall alle Hand­grif­fe sicher und schnell sit­zen. Daher ist es für die Feu­er­wehr­ein­hei­ten in Bop­pard beson­ders wich­tig, Übun­gen direkt an geeig­ne­ten Objek­ten durch­füh­ren zu kön­nen.

Ein herz­li­cher Dank gilt in die­sem Zusam­men­hang dem Bür­ger­meis­ter der Stadt Bop­pard, Jörg Hasen­ei­er, sowie dem Betriebs­lei­ter des Ther­mal­frei­ba­des, Chris­ti­an Meine­cke, die uns die Nut­zung des Objek­tes für die­se Übung ermög­licht haben.

Mit einer gro­ßen Betei­li­gung des gesam­ten Lösch­zu­ges und vie­len wert­vol­len Aus­bil­dungs­mo­men­ten war es ein sehr gelun­ge­ner Übungs­abend.