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Die Feuerwehr als Dienstleistungsbetrieb
Als Bürger eines in allen Gliedern durchorganisierten Staatswesens sind wir es gewohnt,
bestimmte, der Allgemeinheit dienende Dienstleistungen der Daseinsvorsorge in Anspruch
zu nehmen.
Wir erwarten sie als selbstverständliches Ergebnis der lebenssichernden Aufgaben
dieses Staatswesens gegenüber seinen Staatsbürgern. Allerdings übersehen wir dabei
nur allzu leicht, dass Gesetzgeber und Verwaltung die gesetzlichen, finanziellen,
organisatorischen und verwaltungsmäßigen Voraussetzungen solcher Dienste schaffen
können. Ihre eigentlichen Träger jedoch sind Menschen! Bürger einer Gemeinde und
dieses Staates, die sich durch freiwilligen persönlichen Entschluss zum Dienst für
ihre Mitbürger selbst berufen haben. Von ihnen und ihrer Einstellung zur freiwillig
gewählten Aufgabe hängt letzten Endes das Funktionieren eines Dienstes und der Grad
seiner Effizienz ab. 60 Jahre sind es nunmehr her, dass Bürger von Bad Salzig dies
erkannten und den Grundstein für den "Dienstleistungsbetrieb" Freiwillige Feuerwehr
legten.
Gründung der Freiwilligen Feuerwehr und der Musikkapelle
In den 20iger Jahren war es Pflicht eines jeden Bürgers bis zum 60. Lebensjahr bei
einem Schadenfeuer dieses mit den vorhandenen Gerätschaften zu bekämpfen und an
Hab und Gut zu retten, was noch zu retten war. Im ungleichen Kampf gegen die Macht
des Feuers wuchs mehr und mehr die Erkenntnis, dass eine Pflichtfeuerwehr mit mehr
oder weniger ausgebildeten Männern nicht mehr ausreicht, um den ständig wachsenden
Anforderungen bei der Brandbekämpfung gerecht zu werden. Der Ruf nach einer organisierten
und ausgebildeten Feuerwehrmannschaft wurde laut.
Hierbei konnte man sich auf die Erkenntnisse und guten Erfahrungen berufen, die
Nachbargemeinden und -städte mit ihren freiwilligen Feuerwehrmännern gemacht hatten.
Es waren der damalige Ortsvorsteher Egidius Weinand und der spätere Brandmeister
Peter Nachtsheim, die die Initiative ergriffen und die Männer von Bad Salzig zur
Gründung einer freiwilligen Feuerwehr aufriefen.
Dieser Aufruf fiel in der Bürgerschaft auf fruchtbaren Boden und am 27. September
1924 konnte die freiwillige Feuerwehr von Bad Salzig aus der Taufe gehoben werden.
Bereits in der Gründungsversammlung wurde ein tatkräftiger Vorstand gewählt, der
über viele Jahre hinweg die Geschicke der Freiwilligen Feuerwehr leitete.
Er setzte sich wie folgt zusammen:
|
Brandmeister |
Ortsvorsteher Egidius Weinand |
|
Stellvertretender Brandmeister |
Adolf Prunzel sen. |
|
Kassierer und Schriftführer |
Peter Nachtsheim |
|
Steigerzug-Führer |
Georg Kahl |
|
Hydrantenführer I |
Josef Querbach |
|
Hydrantenführer II |
Adolf Bock |
|
Spritzenführer |
Christian Kahl |
|
Absperrkommandoführer |
Josef Buchner sen. |
Bereits wenige Monate nach der Gründung waren fünf komplette Züge mit entsprechenden
"Schlauchmannschaften" gebildet und Ortsvorsteher Egidius Weinand konnte stolz sein,
51 Männer zählen zu können, die sich freiwillig und uneigennützig in den Dienst
für den Nächsten stellten.
Bis in die heutige Zeit ist bekannt, dass die Einwohnerschaft von Bad Salzig der
Musik und dem Gesang besonders zugetan ist. Deshalb darf es auch nicht verwundern,
dass sich bereits kurz nach der Taufe der Freiwilligen Feuerwehr, und zwar im Januar
1925, aus den Reihen der Wehr eine Musikkapelle bildete.
Ihr gehörten an: Heinrich Dausner, Karl Bach, Peter Bach, Peter Volk, Karl Rheinbay,
Georg Graß und Joh. Nikolaus Bach
Ein Grundstein war gelegt und das Vereinsleben von Bad Salzig bereichert. Neben
dem Kirchenchor, dem Männergesangverein, dem Turnverein, den bei den Schiffervereinen,
dem Bürgerverein und dem Sportverein gab es auch eine Freiwillige Feuerwehr mit
einer Musikkapelle. Hierbei muss man jedoch wissen, dass die Freiwillige Feuerwehr,
nicht wie ehedem, eine private Vereinigung, sondern eine gemeindliche Einrichtung
ist. Denn es zählt zu den Pflichtaufgaben der gemeindlichen Selbstverwaltung, für
einen ausreichenden Brandschutz und eine ausreichende Technische Hilfe zu sorgen.